Cali Weed – Was macht die kalifornischen Genetiken so besonders?

Cali Weed – Oder warum wir die kalifornischen Genetiken so lieben

Jeder weiß, dass die massenhafte Verbreitung von Cannabis in der westlichen Welt mit der Hippie-Bewegung der 1960er Jahre verbunden ist, die ihren Höhepunkt beim Woodstock-Festival 1969 fand. Heute gibt selbst die USA zu, dass der anschließende "Krieg gegen die Drogen" nur dazu diente, Massen ins Gefängnis zu bringen – die Nachfrage und das Angebot konnten dadurch nicht eingeschränkt werden. Doch während dieser Zeit gab es auch einen weniger bekannten Durchbruch: das Aufkommen von Cali Weed, also kalifornischen Cannabis-Genetiken, die wir im Folgenden vorstellen.

Sonniges Kalifornien

Die kalifornischen Züchter waren schon immer eine eigene Institution unter den Cannabis-Growern – echte Pioniere, die als Erste mit importierten Sorten aus Mexiko und Kolumbien sowie deren Kreuzungen experimentierten. Kein Zufall also, dass gerade in Kalifornien – dem Herzen der Hippiebewegung – als erstem US-Bundesstaat der medizinische Gebrauch von Cannabis und später sogar die vollständige Legalisierung zugelassen wurde.

Doch so sonnig die kalifornischen Sommer auch sind, die importierten südamerikanischen Sativas waren an das tropische Klima und dauerhafte Hitze gewöhnt und reiften in Kalifornien erst im November oder Dezember vollständig aus – zu spät für die Ernte. Die erste Aufgabe der Züchter war also, die neuen Genetiken an das örtliche Klima anzupassen.


Asiatische Verstärkung für amerikanische Sorten

Die Lösung ließ nicht lange auf sich warten. Cannabisliebhaber reisten durch Indien, Thailand, Nepal und Pakistan, sammelten lokale Cannabissamen und kreuzten sie daheim mit den in Kalifornien gezüchteten Sorten. Damit war das erste Problem gelöst: Die so entstandenen Hybriden konnten bereits im Oktober geerntet werden. Allerdings fehlte ihnen noch die Potenz, die man an den südlichen Sativas so schätzte.

Das nächste Ziel war also, Genetiken zu schaffen, die auf das kalifornische Klima zugeschnitten und dennoch besonders wirkungsstark waren. In der kollektiven Erinnerung entstand der Vorfahr der kalifornischen Sorten 1969 aus einer Kreuzung von Columbian Gold und einem afghanischen Männchen. Das ist eines der ersten und bis heute prägendsten Hybride der Cannabishistorie und erhielt wegen seines besonderen Aromas den Namen "Skunk". Kommt dir das bekannt vor?

Berichten zufolge lag die Hauptaufgabe der Züchtergruppe "Sacred Seeds" darin, diese Sorte für weitere Züchtungen zu stabilisieren. Über viele Jahre und tausende Zyklen perfektionierten sie die Selektion und schufen so eine Genetik, die nicht nur besonders widerstandsfähig gegen heimische Pilze und Schädlinge war, sondern erstmals die besten Eigenschaften beider Kontinente vereinte.

In diesem Zeitraum entstand und stabilisierte man auch die Sorte Haze. Das Original Haze ist ein reiner Sativa-Hybrid, der im ersten Jahr mit kolumbianischen und mexikanischen Hybriden, im zweiten Jahr mit südindischen Männchen und im dritten Jahr mit einer thailändischen Genetik gekreuzt wurde.

Endstation: Europa

Nach einer Polizeirazzia und knapp einem Jahr Gefängnis zog Sam the Skunkman, der „Vater“ von Skunk und Haze, Anfang der 1980er Jahre nach Holland – ein entscheidender Schritt für die Entwicklung der modernen Cannabisszene. Die ersten großen und heute weltbekannten Hybride entstanden und konnten im juristischen Schutzraum der Niederlande weiterentwickelt werden. Der Rest ist Geschichte.

Auch in Kalifornien ging die Arbeit weiter. In den 1980er und 1990er Jahren etablierte sich das sogenannte Emerald Triangle (Mendocino, Humboldt und Trinity County) als Zentrum der kalifornischen Zucht- und Anbaukultur. Die Verwendung von "Landraces" – also ursprünglichen Naturgenetiken aus aller Welt – für neue Hybride setzte sich fort. Viele schwören noch heute auf die in Kalifornien geborenen ursprünglichen Strains, mittlerweile aber vereinen die Cali Weed-Sorten die besten Eigenschaften und Genetiken aus aller Welt.

Heute stehen kalifornische Genetiken für ausgeglichene, ertragreiche, potente – zumeist hybride – Cannabispflanzen. Eines der bekanntesten Cali Weed-Linien ist Paradise Seeds und das gemeinsame Projekt mit dem kalifornischen Schauspieler und Cannabisaktivisten Tommy Chong: Tommy Chong’s Collection mit Sorten wieL.A. Amnesia und Mendocino Skunk. Weitere ikonische kalifornische Genetiken sind Gorilla Zkittlez und Runtz X Layer Cake (Barney’s Farm), Californian Snow (Fast Buds) oder das traditionsreiche Californian Orange von Dutch Passion – und die Liste ließe sich noch lange fortsetzen.

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